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Am 1.4.2014 fand eine Experten-Anhörung zum Rahmenkonzept Erziehungsberatung des Senats im Familienpolitischen Ausschuss der Bürgerschaft statt. Vom LAG-Vorstand nahmen daran Andreas Hänßgen und Stephan Baerwolff teil. Zwei kurze Zeitungsartikel dazu erschienen in der taz und im Hamburger Abendblatt.
Eine Stellungnahme des LAG-Vorstandes finden Sie
hier.

Empfehlungen für die Weiterentwicklung der EB sehen Sie hier.

Am 25.11.2013 hat der Senat ein neues Rahmenkonzept Erziehungsberatung vorgestellt.

Sie finden es hier auf den Seiten 30-36.
Die Stellungnahme des LAG-Vorstandes dazu können sie 
hier herunterladen.

Der Familienausschuss der Bürgerschaft hat sich am 17.12.2013 mit dem Rahmenkonzept befasst und beschlossen, im nächsten Jahr zu diesem Thema eine Experten-Anhörung durchzuführen.

Unsere Fachtagung 2013 fand am 15.11.2013 statt. Das Thema lautete: "Auf der Suche nach sich selbst - Identitätsbildung von Jugendlichen Heute".

Die Tagung war bereits wenige Wochen nach der Ankündigung ausgebucht, so dass wir zahlreichen InteressentInnen absagen mussten. Insofern ist es sehr bedauerlich, dass etwa ein Viertel der Angemeldeten nicht erschien oder so kurzfristig absagte, dass wir die Plätze nicht mehr vergeben konnten. Die übrigen aber erlebten einen sehr anregenden Tag, der durch einen furiosen Auftritt einer Schüler-Theatergruppe seinen Abschluss fand.

Dokumente (z. B. Präsentationen) der Tagung können Sie im Fachkräfte-Bereich herunterladen.

Betrifft: Situation in den geschlossenen Heimen der Haasenburg GmbH in Brandenburg

Die Stellungnahme des LAG-Vorstandes vom 24.6.2013 können Sie hier als PDF-Dokument herunterladen

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung am 8.4.2013 wurde der Vorstand der LAG neu gewählt, Die Namen der Vorstandsmitglieder finden Sie im Menupunkt "Impressum".

Unsere Fachtagung "Die Beratungs-Beziehung - zwischen Empathie und Provokation" fand am 2.11.2012 im Dorothee-Sölle-Haus, Königstraße 54, 22767 Hamburg statt.
Die Tagung war bereits drei Wochen nach der Ankündigung ausgebucht, so dass wir leider zahlreichen InteressentInnen absagen mussten. Wie immer gab es im Vorfeld noch viele Turbulenzen, da TeilnehmerInnen absagten, andere nachrückten, andere einfach nicht erschienen. Insofern sind wir sehr zufrieden, dass die Tagung mit über 100 TeilnehmerInnen wieder gut besucht war.
Materialien zur Tagung finden Sie im Menupunkt "Für Fachkräfte".

Betrifft: Situation der EB-Steilshoop

Stellungnahme des LAG-Vorstandes vom 6.8.2012 als PDF-Dokument

Unsere Fachtagung zum Thema "Mit-Gefühl - Emotionen in der Beratung" fand am 4.11.2011 im Dorothee-Sölle-Haus statt und war mit über 100 TeilnehmerInnen wieder einmal sehr gut besucht.

In unserem neu eingerichteten Menupunkt Gästebuch können Sie uns Ihren Eindruck von der Tagung, Anregungen, Kritik usw. mitteilen (und natürlich die Beiträge lesen). Über Ihren Kommentar würden wir uns sehr freuen!

Materialien zur Tagung finden Sie in unserem Bereich für Fachkräfte.
Fotos der Tagung können Sie sich ebenfalls dort ansehen.

Betrifft: Hilfen zur Erziehung, Konzeptionelle Vorschläge der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
vom 24. August 2011

Stellungnahme des LAG-Vorstandes vom 30.8.2011 als PDF-Dokument

Konzept Hilfen zur Erziehung der BASFI vom 24.8.2011 als PDF-Dokument

Vorlage der A-Staatssekretäre zur Koordinierungssitzung am 13.5.2011 als PDF-Dokument

Betrifft: Geplante Neuorganisation der Erziehungsberatung Bergedorf
Stellungnahme des LAG-Vorstandes vom November 2010

Stellungnahme zur Beschlussvorlage „Neuorganisation der Erziehungsberatung im Bezirk Bergedorf“
vom 23.09.2010

In der Reihe der Materialien zur Qualitätssicherung in der Kinder- und Jugendhilfe hat die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Heft QS 22 (Qualitätsprodukt Erziehungsberatung) herausgegeben. Darin werden u. a. folgende Standards beschrieben:

• Die Beratungsstelle muss für den Bürger als eigenständige Einrichtung zu erkennen sein. Dazu gehört, dass sie über eigene, abgetrennte Räumlichkeiten verfügt und zu jeder Fachkraft ein eigenes Beratungszimmer gehört.

• Die EB besteht aus einem multidisziplinären Team (in der Regel: Diplom-PsychologInnen, SozialpädagogInnen/ -arbeiterInnen und einer Fachkraft für die therapeutische Arbeit mit Kindern) mit mindestens 3 Fachkräften, sowie einer Verwaltungskraft. In der neuesten Veröffentlichung der bke hierzu wird eine Teamstärke von 5 Vollzeit-MitarbeiterInnen empfohlen, weil auch im Zuge neuerer Herausforderungen an die Beratungsarbeit bis zu 50 Einzelaufgaben identifiziert worden sind. (Bachelor und Master – bke 2009)

• Eine weitere wichtige Funktion dieses multidisziplinären Teams ist die Passung des Beratungsprozess: Fallverstehen, Indikation, Beratungsplanung, Flexibilität im Setting sind nur möglich mit Berufs-, Arbeitsfeld- und themenspezifischer Kompetenz. Hierzu gehören selbstverständlich Inter- und Supervision, sowie Fortbildung. So kann die EB ihre Wirksamkeit in Beratung, Prävention und Netzwerkarbeit entfalten und längere und teurere HzE-Maßnahmen vermeiden helfen

• Vertraulichkeit und ein niedrigschwelliger, direkter Zugangs zur EB sind weitere wichtige Kriterien.

Eine so verstandene institutionelle Erziehungsberatung unterscheidet sich grundlegend von einem Erziehungsberatungs-Verständnis, wie es in der Beschlussvorlage durchscheint, wenn davon die Rede ist, dass ein Träger „sogar über einen entsprechend ausgebildeten Mitarbeiter“ verfügt oder ein anderer Träger „auch Aufgaben der Erziehungsberatung“ übernimmt (Hervorhebungen durch uns).

Wie in der Beschlussvorlage deutlich ausgesprochen, sind nicht fachliche Gründe Auslöser der Neuorganisationspläne in Bergedorf, sondern der Zwang zur Haushaltskonsolidierung. Im Lichte der oben skizzierten Qualitätsstandards halten wir jedoch folgendes für unabdingbar oder zu bedenken

• In dem Konzept sollte etwas darüber ausgesagt werden, wie viele Fachkräfte mit welchen Stellenanteilen in der EB Bergedorf arbeiten müssen, und wie damit die Stan-dards eingehalten werden.

• Dienst- und Fachaufsicht müssen geregelt werden, wenn die MitarbeiterInnen der bisherigen kommunalen Beratungsstelle unter dem „Dach“ eines freien Trägers arbeiten.

• Die Finanzierung der Stelle ist nicht wirklich geklärt: Wenn tatsächlich eine Erziehungsberatungsstelle weitergeführt werden soll, ist der Verweis auf die Mittel aus den „Neuen Hilfen“ finanziell unsicher und fachlich inkompatibel. Die „Neuen Hilfen“ haben das Ziel, die HzE – Kosten, insbesondere jene für die SpFH einzudämmen und zwar schwerpunktmäßig in Form verbindlicher Gruppenarbeit. Und: Dies soll in ausgewiesenen Gebieten geschehen. Sicher sind Modelle denkbar, wie solche Projekte in die Arbeit einer EB integriert werden können oder mit ihr kooperieren, aber dies sind dann Zusatzleistungen, die die individuelle niedrigschwellige Beratungsarbeit in 300 Fällen nicht ersetzen können. Allenfalls sind die Netzwerkarbeit und einige wenige Gruppen damit zu finanzieren.

• Auch die andere in der Beschlussvorlage erwähnte Finanzierungsquelle erscheint uns nicht unproblematisch: Wenn bei mehr als 10 Beratungskontakten die weitere Arbeit als Hilfe zur Erziehung vom Jugendamt verfügt werden soll, entstehen an dieser Stelle die Probleme, die in der Beschlussvorlage erwähnt werden und weswegen man sich gerade gegen den Weg der Verfügung durch das Jugendamt entschieden hat: Die Be-rührungsängste auch gerade sozial schwacher Familien mit „dem Amt“ gefährden den Beratungsprozess und die Erreichung der Hilfeziele, indem eine zusätzliche Schwelle errichtet wird. Das, was vermieden werden soll, wird so wieder eingeführt. Im Übri-gen ist zu befürchten, dass durch die ergänzend beantragten Fachleistungsstunden die möglicherweise ungenügende finanzielle Ausstattung der Einrichtung kompensiert wird.

Wir empfehlen deshalb eine gesicherte Pauschal-Finanzierung, in der die (in der Praxis künstliche und hinderliche) Trennung der EB-Aufgaben nach § 16, 17, 18 und 28 des KJHG überwunden wird und sich die Arbeit stattdessen allein an fachlichen Kriterien orientiert.

• Da in der Arbeit mit vernachlässigenden Familien die Kontinuität des Beziehungsangebots eine entscheidende Rolle spielt (weil diese Familien immer wieder Beziehungsabbrüche erlebt haben) empfiehlt es sich, nach Wegen zu suchen, wie das „Vertrauens-Kapital“ und der „Beziehungs-Kredit“, den sich eine Institution wie die EB Bergedorf durch ihre langjährige Arbeit bei diesen Familien erworben hat, im Sinne der Nachhaltigkeit bewahrt werden kann. Schließlich stellt dies unter dem Aspekt des Kinderschutzes eine bedeutsame Ressource dar! Diese zu zerstören und neu wieder aufzubauen, erfordern nicht unerhebliche Investitionen.

Die LAG für Erziehungsberatung sieht ihre Aufgabe darin, sich für die Absicherung der insti-tutionellen Erziehungsberatung als einer Einrichtung mit eigenständigem, sich wandelnden Profil und vielfältigen Aufgaben im Netzwerk der Jugendhilfe einzusetzen. Dazu benötigt jede EB ein sicheres finanzielles Fundament, dessen Aushöhlung durch den Druck des Spar-zwangs nicht zugelassen werden darf.

Da jedoch die Umwandlung der kommunalen EB in Bergedorf vor allem dem Diktat der Kostenersparnis geschuldet ist, ist trotz guten Willens der beteiligten Akteure eine Verschlechterung des Angebotes der EB zu befürchten, wenn keine angemessene Finanzierung der Grundaufgaben gesichert werden können und kein klares Finanzierungskonzept vorliegt.

Durch die Beschlussvorlage vom 23.9.2010 wird weder fachlich noch ökonomisch belegt, dass eine Umwandlung der bestehenden EB Sinn macht.

So lange es nicht garantiert ist, dass nahtlos etwas zumindest Gleichwertiges geschaffen wird, sollte deshalb die bestehende Einrichtung in ihrer Qualität und personellen Ausstattung erhalten bleiben. D. h. im vorliegenden Fall auch, dass die bald frei werdenden Stellen ohne Verzögerung wieder besetzt werden müssen.

Unsere Fachtagung 2010

Unsere Fachtagung "Familien in Trennung - Beratungsarbeit zwischen Hochstrittigkeit und Einvernehmen"

fand am 24.9.2010 von 9 -16.30 Uhr im Dorothee-Sölle-Haus, Königstraße 54, 22767 Hamburg statt.
Sie war schon vorher ausgebucht und mit weit über 100 TeilnehmerInnen sehr gut besucht.
Materialien zur Fachtagung können Sie sich im download-Bereich herunterladen (wird in Kürze noch ergänzt).

Betrifft: Geplante Sparmaßnahmen im Sozialbereich

Stellungnahme des LAG-Vorstandes vom 13.9.2010

Wie wir der Presse entnehmen konnten (Hamburger Abendblatt vom 8.9.2010), existiert eine Liste von Sparvorschlägen im Sozialbereich, die den Bezirken u.a. die Abschaffung der Elternschulen, der Mütterberatung und der Häuser der Jugend nahelegen.
Wir halten diese Pläne für unsozial, da sie vor allem die Teile der Bevölkerung treffen, die auf diese kostengünstigen Angebote angewiesen sind. Dies lässt sich am Beispiel der Häuser der Jugend leicht illustrieren, deren Nutzer meist aus den armen Schichten der Bevölkerung kommen und hier ein sinnvolles Freizeitangebot und Bindungsangebote finden. Dies wird gerade von Fachleuten gefordert, die sich mit dem Phänomen der Jugendgewalt beschäftigen.
Vor allem aber wären diese Sparmaßnahmen im Rahmen einer nachhaltigen Kinder- und Jugendhilfepolitik kontraproduktiv, da sie den Bemühungen des Senats – wie sie sich etwa im Ausbau des Systems „Früher Hilfen“ widerspiegelt – völlig zuwiderlaufen. Diese zielen darauf, durch rechtzeitige Unterstützung der Familien die Verfestigung von Fehlentwicklungen (und damit auch weitaus höhere Folgekosten) zu vermeiden. Gerade im Zusammenhang mit der Diskussion um die beklagte Kostensteigerung bei der Sozialpädagogischen Familienhilfe erscheint es uns unverständlich, präventiv wirksame Einrichtungen wie Mütterberatung und Elternschulen zu schließen: Diese werden vor allem von Alleinerziehenden genutzt, die hier ein quartiersbezogenes und nicht-stigmatisierendes, also niedrigschwelliges Angebot von Beratung und Kontakt zu anderen Eltern finden. Diese Vermeidung von Isolation stellt einen bedeutsamen Schutzfaktor vor elterlicher Ohnmacht und Vernachlässigung der Kinder dar.
Mütterberatung und Elternschulen sind unverzichtbare Kooperationspartner der Erziehungsberatungsstellen im Netzwerk frühe Hilfen und letztlich im Kinderschutz. Durch ihre niedrigschwelligen Angebote werden manche Zugänge erst ermöglicht und spätere Fehlentwicklungen vermieden, die die Jugendhilfe ansonsten in weitaus höherem Maße finanziell belasten würde.

Wir appellieren daher an die verantwortlichen PolitikerInnen, die geplanten bezirklichen Sparmaßnahmen im Sozialbereich zurück zu nehmen.

Berifft: Geplante Schließung der kommunalen Erziehungsberatungsstelle Altona-West (Osdorf/Lurup)

Stellungnahme des LAG-Vorstandes vom 2. März 2010

Das Jugendamt in Altona plant, die Erziehungsberatungsstelle Altona-West zum Oktober diesen Jahres zu schließen und durch Angebote freier Träger zu ersetzen. Noch Anfang Januar war die freigewordene Leitungsstelle der EB ausgeschrieben worden, die Wiederbesetzung der anderen beiden im Lauf diesen Jahres frei werdenden Stellen beabsichtigt – allerdings, so die Formulierung der Ausschreibung, „unter dem Vorbehalt eines auskömmlichen Personalbudgets“. Diese Bedingung kann vor dem Hintergrund der aktuellen Sparvorgaben des Hamburger Senats, eine erhebliche Anzahl von Personalstellen einzusparen, nun nicht mehr gehalten werden und die Schließung ist offensichtlich eine unmittelbare Folge dieser Maßnahme.

In der EB Altona-West wurden in den vergangenen Jahren jeweils zwischen 300 und 400 Familien beraten, die Mehrzahl davon aus sozialen Brennpunkten in Lurup und Osdorf. Für diese Familien muss weiterhin ein qualifiziertes Beratungsangebot bestehen. Wir haben erhebliche Sorge, ob die jetzige Planung dies gewährleistet.

Rechtliche Grundlage der Arbeit in den Erziehungsberatungsstellen ist das SGB VIII, insbesondere die §§ 16 – 18 und 28, wobei auf die §§ 17 und 28 ein Rechtsanspruch besteht und daher zu den Pflichtaufgaben der Jugendhilfe zählt.

Erziehungsberatungsstellen bieten jeder Familie, die im entsprechenden Zuständigkeitsbereich lebt, ein breites Spektrum an Beratungs-, Therapie und Unterstützungsangeboten für alle Fragen und Schwierigkeiten, die das Zusammenleben in der Familie, die Entwicklung und Erziehung der Kinder und deren Auffälligkeiten, Störungen und Krisen betreffen.

Niedrigschwelligkeit, d. h. kurzfristige und schwellenlose Hilfe, sowie Vertraulichkeit sind hierbei grundlegende Prinzipien der Beratungsarbeit.

Das Team einer Erziehungsberatungsstelle besteht immer aus drei Fachkräften unterschiedlicher Berufsgruppen, in der Regel sind dies Dipl. PsychologInnen, Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen und Dipl. SozialpädagogInnen, die therapeutisch/beraterisch ausgebildet und mit einer breiten Arbeitsfeldkompetenz ausgestattet sind um den sehr unterschiedlichen Beratungsanliegen entsprechen zu können.

Die Arbeit mit den Familien bezieht immer auch ihr Umfeld mit ein. So entstehen zahlreiche Berührungspunkte und Kooperationen mit anderen Institutionen innerhalb und außerhalb der Jugendhilfe.

Diese fallbezogene Zusammenarbeit in einem örtlichen Rahmen führt notwendigerweise zu einem weiteren Prinzip der Tätigkeit, nämlich der sozialräumlichen Orientierung und der fallunabhängigen Vernetzung mit Schulen und Kitas, Häuser der Jugend, Elternschulen und Kifaz, mit dem Gesundheitswesen, mit Sportvereinen, Kirchen und schließlich dem ASD.

So spielt die Erziehungsberatungsstelle oft eine zentrale Rolle, nicht nur in der Beratungsarbeit, sondern auch und gerade in der Weiterentwicklung der Jugendhilfe und angrenzender Bereiche, sowie in der Planung und Durchführung von Hilfs- und Präventionsangeboten.

So hilft sie, das Gelingen familiären Zusammenlebens und familiärer Erziehung zu sichern, bevor Kinder oder Jugendliche in Gefahr geraten. Und sie können bei bereits eingetretener oder drohender Kindeswohlgefährdung Schwellenängste nehmen und über die Kooperation mit dem ASD weitergehende Hilfen auf den Weg bringen. Damit sie diese Aufgabe erfüllen und „kein Kind durchs Netz fällt“, sind folgende Bedingungen entscheidend:

• Die Beratungsstelle muss einen regionalen Versorgungsauftrag haben, d.h., jede Familie im Zuständigkeitsbereich der Beratungsstelle hat einen Anspruch auf ein passendes und flexibles Beratungsangebot, insbesondere für mehrfachbelastete Familien. Die personelle Ausstattung der Beratungsstelle muss vom Umfang her diesem Auftrag entsprechen.

• Die Beratung muss niedrigschwellig angeboten werden, d.h. mit kurzfristiger Terminvergabe und ohne formales Antrags- und Bewilligungsverfahren.

• Die personelle Ausstattung der Beratungsstelle muss den gesetzlichen und fachlichen Qualitätsstandards des § 28 SGB VIII entsprechen (siehe hierzu die Kommentare zum SGB VIII, QS 22 vom Bundesministerium für Familie und Stellungnahmen der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung, bke, z. B. Zertifizierung von Beratungsstellen). Eine qualifizierte fachliche Einschätzung möglicher Gefährdungen und Durchführung notwendiger Hilfen ist nur auf dieser Basis möglich (z. B. Multiprofessionelles Team mit mindestens drei Fachkräften).

• Die Beratungsstelle muss Angebote vorhalten, die es sog. Risikogruppen erleichtern, frühzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen (Beratungsangebote für Familien mit Säuglingen und Kleinkindern, Offene Sprechstunden, Kooperation mit Kitas, EKiZ usf.)

• Die Beratungsstelle muss einzelfallübergreifend auch präventive Angebote im Sinne der Familienförderung bereitstellen. Die Kenntnisse aus der Einzelfallarbeit, wie auch aus der regionalen Vernetzung, bieten bei deren Planung und Durchführung eine wichtige Grundlage. Neben der Informationsvermittlung hat die präventive Arbeit auch die Funktion, der Beratungsstelle „ein Gesicht“ zu geben und dadurch den Zugang zu erleichtern.

Da der Schließungsplan im Kontext von Sparmaßnahmen steht, haben wir erhebliche Sorge, wieweit die geplanten Ersatzangebote diesen Kriterien entsprechen. Es gibt in Hamburg zunehmend Angebote freier Träger, die Erziehungsberatung als eine von vielen Hilfen zur Erziehung (neben SpFh, Erziehungsbeistandschaft u.a. mehr) und mit einem viel geringeren Personalschlüssel anbieten. Dies entspricht nicht den Vorgaben des SGB VIII und gefährdet die Qualität der Hilfe. Auch der niedrigschwellige Zugang wird so verwehrt.

Eine „verdünnte Erziehungsberatung“ wäre gerade für die sozialen Brennpunkte in Lurup und Osdorf keine verantwortliche Lösung, auch und gerade unter ökonomischen Aspekten. Ein Abbau der Erziehungsberatung trägt mit bei zu einem Anstieg später erforderlicher intensiver Hilfen für die Kinder und Jugendlichen, teurer Familienhilfe oder Heimunterbringung.

Eine Erziehungsberatungsstelle muss sich ihren Bekanntheitsgrad und ihr Renommee in der Region über längere Zeit erarbeiten. Die Kontinuität der Beratungsarbeit ist daher ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Erziehungsberatung und setzt eine langfristige finanzielle Absicherung voraus. Eine Schließung macht auch unter diesem Aspekt keinen Sinn und wäre ökonomisch kontraproduktiv.

Wir appellieren deshalb an die Entscheidungsträger im Bezirksamt, im Jugendhilfeausschuss, der Bezirksversammlung und der Fachbehörde, sich für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Erziehungsberatungsstelle Altona-West einzusetzen.

Unsere Fachtagung 2009

"Kinder gut aufwachsen lassen - Netzwerke für eine gelingende Erziehung"
fand am 30.10.2009 von 9 - 16.30 Uhr im Diakonischen Werk Hamburg-Altona, Köngistr. 54 statt.
Mit über 100 TeilnehmerInnen war sie sehr gut besucht. Nach den informativen und engagierten beiden Vorträgen von Prof. Keupp und Prof. Armbruster am Vormittag und den lebendigen fünf parallelen Arbeitsgruppen am Nachmittag brachte das Improvisationstheater "Die Spieler" die Inhalte der Tagung kreativ auf den Punkt und sorgte so für einen unterhaltsamen Abschluss.
Die Folien der Vorträge sowie weitere Materialien und Berichte aus den Arbeitsgruppen können Sie in unserem Download Bereich herunterladen.

Betrifft: Veröffentlichung der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe

Stellungnahme des LAG-Vorstandes vom 4. März 2009

Der Vorstand der Landesarbeitgemeinschaft für Erziehungsberatung hat sich in seiner Sitzung am 26.2. 09 mit der Veröffentlichung der Behörde zur Weiterentwicklung der Jugendhilfe beschäftigt und folgende Stellungnahme dazu verabschiedet:

Die LAG für Erziehungsberatung Hamburg begrüßt die Absicht der Behörde und von Senator Dietrich Wersich ausdrücklich, die Angebote der Jugendhilfe weiter zu entwickeln und den Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und Familien anzupassen.

Der Sicherung und Aufstockung des Personalbestandes im ASD um 30 Stellen, wie sie in der Stellungnahme der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz vom 13.1.2009 angekündigt wurde, ist dazu sicher ein wichtiger Beitrag, der von uns ausdrücklich begrüßt wird.

In der Veröffentlichung äußerte Herr Senator Wersich gleichzeitig auch die Absicht, in Zukunft kostenintensivere, insbesondere auswärtige Unterbringungen zu vermeiden und durch Unterbringungen in Vollzeitpflege zu ersetzen. Ebenso soll untersucht werden, ob ambulante Hilfen zur Erziehung durch Sozialräumliche Angebote ersetzt werden können.

Eine wissenschaftlich begleitete Erforschung solcher Alternativangebote mit dem Ziel einer höheren „Passgenauigkeit“ zum Wohle der betreuten Kinder wäre u. E. sicher wünschenswert, sollte allerdings ergebnisoffen erfolgen.

In der Pressemitteilung heißt es dazu: „Andererseits zeigt die Entwicklung der steigenden Aufwendungen, dass Hilfeplanung, -gewährung und -dauer optimiert werden können und Familien noch passgenauer geholfen werden kann.“ (Seite 4) Dieser Satz behauptet einen Zusammenhang, den es gerade erst zu belegen gälte. Denn die gestiegenen Ausgaben könnten genauso Ausdruck eines größeren Hilfebedarfs sein, der einen größeren finanziellen Einsatz verlangt.

U.E. sollten fachliche Gesichtspunkte (Stichwort: Qualitätsoffensive) einen genau so hohen Stellenwert haben wie finanzielle Erwägungen, zumal schlecht angepasste Hilfen letztlich teuer werden.

In den angesprochenen Bereichen Abklärung und Anpassung des Hilfebedarfs sowie auch bei der aktiven und vernetzten Beteiligung an der Präventionsarbeit stellen die Hamburger Erziehungsberatungsstellen in kommunaler und freier Trägerschaft ihre Fachkompetenz und langjährige Erfahrung zur Verfügung. Ihre multiprofessionellen Teams mit sozialpädagogischem und psychologischem Know-How, sowie Fachkompetenzen in Diagnostik und Intervention bei Kindern, Jugendlichen und Eltern (Familien) werden bereits jetzt schon von Kollegen einiger bezirklicher ASD-Abteilungen genutzt und tragen so zur Erreichung der angestrebten Ziele der Fachbehörde bei.

Unsere diesjährige Fachtagung fand am 14.11.2014 unter dem Titel "Elternschaft im Wandel - Herausforderungen für die EB" statt und war mit über 100 TeilnehmerInnen sehr gut besucht. 
Informationen zur Tagung (Vortrags-Präsentationen, Material aus den Workshops) finden Sie im Download-Bereich.